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Idealismus und die Liebe zur Kunst sind Motor und Antriebsfeder für Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg, große Kulturprojekte zu planen und durchzuführen. Seinem Elan und seiner Freude, Träume zu verwirklichen, ist das europäische Musikfest Europamusicale zu verdanken, das im Oktober 1993 unter seiner künstlerischen Leitung in München stattfand. 33 Symphonieorchester aus ganz Europa präsentierten klassische Musik ihrer Heimatländer. Jedem Konzert war eine Rede einer bedeutenden Persönlichkeit des jeweiligen Landes zum Thema Europa vorangestellt.
Mit seiner Idee und seinem Konzept wollte der Freiherr für ein Europa des gegenseitigen Vertrauens, der Achtung und Freundschaft werben. Über eine Milliarde Menschen konnten die Konzerte über den Rundfunk miterleben.
Ausgangspunkt für die Weltoffenheit, Phantasie und Begeisterungsfähigkeit von Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg ist seine Kindheit, die entscheidend von seiner musischen Großmutter aus der Dichterfamilie Brentano und seiner Tante, der Scherenschneiderin Irmingard von Freyberg, beeinflußt wurde. Sie führten ihn heran an Musik, Literatur, Malerei und Theater. Pankraz Freiherr von Freyberg wurde am 7. Juni 1944 als einziges Kind des Dr. med. Burkardt Freiherrn von Freyberg und seiner Ehefrau Lätitia, geb. von Düring, in Geisenheim/Rheingau geboren. Sein Vater fiel als Stabsarzt am 7. November 1944 in Risan bei Kotor/Montenegro. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Würzburg, an dem er 1965 die Reifeprüfung ablegte, studierte Pankraz Freiherr von Freyberg Jura an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz und an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München, hier auch nachfolgend Kunstgeschichte, Archäologie und Bayerische Geschichte. Er promovierte 1983 zum Dr. phil. in Kunstgeschichte. Thema seiner Dissertation waren Leben und Werk der Münchner Malerin, Radiererin und Lithographin Maria Electrine Freifrau von Freyberg, geb. Stuntz. Aus seiner am 1. September 1970 mit Alexandra Gräfin von Ingelheim, gen. Echterin von und zu Mespelbrunn, geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor: Burkhard, geb. 1973, Sophie, geb. 1975, und Antonia, geb.1976.
Im Jahr 1977 gründete Dr. von Freyberg die Theatergruppe ‘Blütenring’, die sich unter seiner Regie durch unvergeßliche Theater- und Kostümfeste in Altschwabinger Tradition einen Namen machte, so u. a. durch die Aufführungen von „Sappho“ von Rudolf Levy (1977), „Lohengrin“ von Johann Nepomuk Nestroy (1979 und 1985), „Doktor Sassafras oder Doktor Tod und Teufel“ von Franz Graf Pocci (1980), „Genoveva oder Die weiße Hirschkuh“ von Julie Schrader (1981), „Lysistrate“ von Aristophanes (1982) und „Serenade“ von Slawomir Mrozek (Uraufführung und italienische Erstaufführung, 1984). Im Kreise seiner Freunde regte er an, das Amphitheater im Englischen Garten wiederaufzubauen. Zu diesem Vorhaben wurde ein Verein gegründet und eine Spendenaktion ins Leben gerufen. 1985 konnte der Verein die Spielstätte im Grünen dem Freistaat Bayern als Geschenk überlassen. Mit großem Erfolg führte das ‘Blütenring’-Ensemble hier unter Freybergs Regie verschiedene Theaterstücke auf, Heute wird das Amphitheater auch von anderen Theaterbegeisterten genutzt. Im Jahr 1986 veranstaltete er mit großem Erfolg ein siebentägiges Gastspiel der New Shakespeare Company, London im Münchner Gasteig.
Ein weiteres Highlight wurde für Dr. Freiherr von Freyberg 1989 die Feier ‘200 Jahre Englischer Garten’ München. Vertraut mit der Geschichte des ältesten und größten Volksparks der Welt, initiierte er zu dessen Geburtstag ein großes, 17tägiges kulturelles Volksfest, das er auch als künstlerischer Leiter betreute. Etwa drei Millionen Besucher erfreuten sich an den über 150 Theater- Musik-, Tanz- und Sportveranstaltungen sowie an dem historischen Festzug. Der Kunsthistoriker hat nicht nur die Festschriften der 200-Jahr-Feier Englischer Garten und des Europäischen Musikfestes EUROPAMUSICALE zusammengestellt, sondern auch verschiedene andere kunst- und kulturhistorische Werke herausgegeben und verlegt.
Für den kreativ-engagierten und feinsinnigen Vater von drei Kindern hat die Kunst die Kraft, ihn immer wieder neu zu beflügeln, seine Ideen zum Allgemeinwohl in die Tat umzusetzen und damit vielen Menschen Freude zu bereiten. Eigeninitiative des Bürgers in unserer Gesellschaft ist für Freyberg nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verpflichtung.
(Aus: Monika Dorner, Münchner Profile, Verlag Peter Jurgeleit, München, 1994)
Unter über 100 Bewerbern bekam Pankraz Freiherr von Freyberg 1994 für das Amt des Passauer Festspielintendanten in der Nachfolge von Generalmusikdirektor Walter Hornsteiner den Zuschlag. Seitdem leitet er erfolgreich die international bekannten Festspiele Europäische Wochen Passau. Er gab diesen ein neues Profil mit u. a. der thematischen Ausrichtung des Programms bei jährlich wechselndem Motto, der in Deutschland unübertroffenen Spartenvielfalt, der Vergabe zahlreicher Auftragswerke in den Bereichen Musik, Theater und Tanz und deren Uraufführung, der Ausdehnung der Festspielregion auf drei Länder (Deutschland, Österreich und Tschechien) und vor allem durch die Schaffung einer neuen wirtschaftlichen Basis. Freyberg konnte die Zahl der Sponsoren seit seinem Amtsantritt bis zum Jahre 2008 von 10 auf über 196 anheben, sodaß die Summe der jährlich akquirierten Geld- und geldwerten Sachspenden in diesem Zeitraum von 99.000,00 DM auf weit mehr als 500.000,00 € anstieg, d. h. sich mehr als verzehnfachte. Eine Folge davon war u. a., daß die beispielhaft gute Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern der heimischen und überregionalen Wirtschaft, deren Vertrauen Freyberg erwarb, 2007 zur Auszeichnung der Festspiele durch die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ führte. Der Intendant konnte auch durch das neue Profil die ehrenvolle Aufnahme des Festivals in die Association Europeénne des Festivals 1999 erreichen. Ebenso ist es seinem Wirken zu verdanken, daß die Festspiele 2007 von der angesehenen Europäischen Kulturstiftung Pro Europa den Europäischen Kultur-Projekt-Preis erhielten.
Für seine zahlreichen Verdienste wurde Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg 1990 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und 1993 mit der Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem vereinten Europa ausgezeichnet. 2002 erhielt er das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“, 2004 den „Bayerischen Verdienstorden“ und 2006 die Verdienstmedaille des Bezirkes Südböhmen.