Die Festspiele Europäische Wochen wurden im Jahre 1952 von amerikanischen Kulturoffizieren in Zusammenarbeit mit der Stadt Passau gegründet. Seither finden sie alljährlich in den Monaten Juni und Juli statt. Von 1995 an stehen sie unter der künstlerischen Leitung von Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg.
Die Festspiele sind
- seit 1999 Mitglied der Association Européenne des Festivals. Mit der ehrenvollen Aufnahme in diesen Verband gehören die Europäischen Wochen zu dem Kreis der bedeutendsten europäischen Kulturfestivals. Weitere Mitglieder sind z.B.: die Berliner Festspiele, die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, die BBC Proms in London, das Lucern Festival, das Musikfestival Prager Frühling, das Rheingau Musikfestival, das Brucknerfest Linz, der MDR Musiksommer, Leipzig, und das Ludwig van Beethoven Osterfestival, Warschau.
- das erste Festival, das sich im Nachkriegsdeutschland dem Europagedanken verschrieben hat, d.h. nicht nur kulturelle, sondern auch politische Ziele verfolgte und bis heute verfolgt.
- das erste Festival im Nachkriegsdeutschland, dem es zur Zeit des Kalten Krieges und der ideologischen Spaltung Europas immer wieder gelang, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, gerade Künstlern Mittel- und Osteuropas eine erste Plattform im Westen zur Darbietung ihrer Kunst zu bereiten und den Eisernen Vorhang durchlässiger zu machen.
- das Festival, das durch seine, seit 1996 fest im jährlichen Programm verankerte Veranstaltung „Traumtag in Böhmen“, einen positiven Beitrag zur deutsch-tschechischen Freundschaft leistet. Dies wurde von tschechischer Seite u. a. durch die Verleihung der Ehrenmedaille des Bezirkes Südböhmen an den Intendanten im Jahr 2006 unterstrichen.
- das einzige Festival in Europa, neben den Musikfestspielen Saar, das in drei europäischen Staaten stattfindet (Deutschland, Österreich, Tschechien).
- die ersten Festspiele im Nachkriegsdeutschland, die den Gedanken einer Festspielregion verwirklicht haben, d. h. Festspiele, die nicht nur an einem einzigen Ort stattfinden, sondern als Veranstaltungsraum eine ganze Region miteinbinden, eine der schönsten Regionen Europas. Heute erstrecken sich die Festspiele mit ca. 20 Veranstaltungsorten über einen Raum von ca. 120 km x 70 km (= 8.400 km²). Sie finden statt in den Landkreisen Passau, Deggendorf, Freyung-Grafenau, Regen, Rottal-Inn und Straubing-Bogen (Ostbayern), in den Bezirken Schärding und Grieskirchen (Oberösterreich) und in den Bezirken West- und Südböhmen.
- Festspiele, die systematisch Kooperationen mit Partnern aus der Region eingegangen sind, z. B. mit dem Bistum Passau, mit dem Evang.-Luth. Dekanat Passau, mit dem Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau, mit dem Passauer Glasmuseum, mit dem Zentrum unabhängiger Ausstellungen, mit der Universität Passau, mit dem Film-Theater Metropolis in Passau, mit dem Landesbund für Vogelschutz, mit der Volkssternwarte Passau, mit dem Kulturverein Neuhaus am Inn e. V., mit den Konzertfreunden Straubing e.V., mit dem Chor und dem Orchester der Niederbayerischen Philharmonie, mit dem Chor der Gesellschaft der Musikfreunde in Passau, mit dem Euregio-Symphonie-Orchester, mit dem Kammerchor der Evang.-Luth. Stadtpfarrkiche Passau, mit dem Passauer Domchor und dem Passauer Domorchester, dem Domkapellmeister Gerhard Merkl und dem Domorganisten Ludwig Ruckdeschel, mit der Akademie für politische Bildung in Tutzing, mit der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen, Schloß Offenberg, mit den Printmedien, insbesondere der Passauer Neuen Presse, mit Rundfunk- und Fernsehanstalten, insbesondere dem Bayerischen Rundfunk, UnserRadio, Tele Regional und dem Tschechischen Rundfunk sowie mit dem Passau Tourismus e.V. und dem Tourismusverband Ostbayern.
- das einzige Festival in Deutschland, das sich mit einer derart großen Anzahl von Kunstsparten (Oper, Oratorium, Orchester-, Chor- und Solokonzert, Liederabend, Tanz, Theater, Lesung, Film, Ausstellung) sowie mit Vorträgen und einem Gesprächsforum (Tetralog) jedes Jahr einem neuen Thema widmet.
- ein Festival, an dem so prominente Einzelkünstler und Ensembles teilgenommen haben wie z. B. Lord Yehudi Menuhin, Mstislav Rostropowitsch, Svjatoslav Richter, Isaak Stern, David Oistrach, Igor Oistrach, Vladimir Ashkenazy, Elisabeth Leonskaja, Krzysztof Penderecki, Gidon Kremer, Maxim Vengerov, Patrick Gallois, François-René Duchable, Rudolf Buchbinder, Martin Stadtfeld, Julia Fischer, Vadim Repin, Sabine Meyer, Natalia Gutman, Nelson Freire, Heinrich Schiff, Thomas Zehetmair, Tibor Varga, Maurice Andre, Olivier Latry, Jean Guillou, Christine Schäfer, Vincent Warnier, das Alban Berg Quartett, das Melos Quartett, das Juillard Quartett, das Carmina Quartett, das Pavel Haas Quartett, das Emerson String Quartet, das Orchestre National de Toulouse, I Solisti Veneti, I Musici di Roma, Il Giardino armonico, die Camerata Academica Salzburg, das Symphonie Orchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester, die Wiener Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, die Bamberger Symphoniker, die Budapester Symphoniker, die Prager Symphoniker, das National Radio Symphonie Orchester Katowice, die Tschechische Staatsphilharmonie Brünn, die St. Petersburger Philharmoniker, das Radio Symphonie Orchester Berlin, das Royal Philharmonic Orchestra, London, und das San Francisco Symphonie Youth Orchestra.
- das Festival, das in Hinblick auf die Schönheit der Veranstaltungsorte (Kirchen, Klöster, Burgen, Schlösser, Festsäle, Freilichtplätze) in Deutschland unübertroffen ist.
- ein Festival, das Jahr für Jahr in seinem Programm den Reichtum, die Vielfalt und die Schönheit europäischer Kultur widerspiegelt.
- ein Festival mit dem Ziel, sowohl international renommierte als auch regional bekannte, d.h. heimische Künstler miteinzubinden.
- ein Festival, das immer wieder Auftragskompositionen sowie Auftragswerke im Bereich Theater und Tanz vergibt und sich besonders durch Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen zeitgenössischer Werke hervortut. So wurden von 1995 bis 2009 34 Kompositionen uraufgeführt, darunter 13 von Ruth Zechlin, acht von Gloria Coates, eine von Mikis Theodorakis, eine von Sándor Szokolay und eine von Alexander Mullenbach.
- ein Festival, mit so bedeutenden Schirmherren wie 1995 Dr. Jacques Santer, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, 1996 Lord Yehudi Menuhin, 1997 dem polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki, 1998 dem Präsidenten der Französischen Republik, Jacques Chirac, sowie dem Bundespräsidenten Roman Herzog, 1999 dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, 2000 Václav Havel, dem Schriftsteller und Präsidenten der Tschechischen Republik, 2001 S. K. K. H. Dr. Otto von Habsburg, Erzherzog von Österreich, 2002 dem amerikanischen Schriftsteller Arthur Miller, 2003 dem italienischen Komponisten Luciano Berio, 2004 dem Schriftsteller Reiner Kunze, 2005 dem Schriftsteller Peter Härtling, 2006 der Kammersängerin Edita Gruberova, 2007 dem russischen Clown Oleg Popov, 2008 der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina und 2009 dem Außenminister der Tschechischen Republik, Fürst Karl zu Schwarzenberg.
- ein Festival mit so bedeutenden Festrednern wie:
dem polnischen Schriftsteller Andrzej Szczypiorski (1995), dem tschechischen Schriftsteller und Dramatiker Pavel Kohout (1996), dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Mayer (1997), dem französischen Politologen und Publizisten Prof. Dr. Alfred Grosser (1998), Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Walter Jens (1999), dem ungarischen Schriftsteller und Präsidenten der Akademie der Künste, Berlin, György Konrad (2000), S. K. K. H. Dr. Otto von Habsburg, Erzherzog von Österreich (2001), dem Journalisten Prof. Dr. Dieter Kronzucker (2002), dem italienischen Philosophen Prof. Dr. Massimo Cacciari (2003), dem Generalvikar der Diözese Enugu, Nigeria, H.H. Prof. Dr. Obiora Francis Ike (2004), dem Ethnologen Prof. Dr. Dr. h.c. Irenäus Eibl-Eibesfeldt (2005), dem Journalist Prof. Dr. Joachim Kaiser (2006), dem Juristen und Ehrenpräsidenten der Stiftung Europäisches Haus/ Konzerthaus Passau, Prof. Dr. Albert Scharf (2007) und der Kammersängerin, Prof. Edda Moser (2008) und dem Präsidenten des Deutschen Naturschutzringes, Hubert Weinzierl (2009). - ein Festival mit über 70 Veranstaltungen von hoher Qualität bei verhältnismäßig niedrigem Gesamtbudget (2009: ca. 1,4 Millionen Euro).
- ein Festival, das von einem gleichnamigen gemeinnützigen Verein mit zur Zeit 256 Mitgliedern getragen wird und zu seinen dauerhaften Förderern nicht nur die Zuschußgeber der Öffentlichen Hand, sondern auch einen Freundeskreis von 139 Mitgliedern zählt.
- ein Festival, das die Zahl seiner Zuschußgeber und Sponsoren seit Amtsantritt des neuen Intendanten, Dr. Pankraz Frhr. von Freyberg, im Jahre 1995 von 10 (1994) auf 236 (2009) anheben konnte, die Sponsorenbeiträge (Geld- und Sachspenden) allein im selben Zeitraum von 99.000 DM (1994) auf 569.675,56 € (2009).
- ein Festival, das ob seiner beispielhaften Zusammenarbeit mit Förderern aus der heimischen und überregionalen Wirtschaft als einzige Kulturinstitution in Niederbayern durch die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ (Schirmherr: Bundespräsident Horst Köhler) im Jahre 2007 ausgezeichnet wurde.
- ein Festival, dem im Jahr 2007 der Europäische Kulturpreis von der angesehenen Stiftung „Pro Europa“ verliehen wurde.
- ein Festival, das unter Leitung des Intendanten Dr. Pankraz Frhr. von Freyberg das Haushaltsvolumen von ca. 1.700.000,00 DM (€ 869.196,20 ) im Jahre 1994 auf € 1.400.000,00 im Jahre 2009 erhöhte.
- ein Festival, das unter der Leitung des Intendanten Dr. Pankraz Frhr. von Freyberg von 1994 bis 2008 die Zahl der Festspielbesucher mehr als verdoppeln konnte. Die Zahl der Gesamtbesucher der kostenpflichtigen und eintrittsfreien Veranstaltungen 2009 betrug ca. 42.000.
- Festspiele mit mehr und mehr internationalem Publikum, insbesondere aus Frankreich, Italien, Österreich und der Tschechischen Republik.
- ein Festival, das eine ständig wachsende Resonanz bei den Medien findet (2009: 186 Radio- und Fernsehberichte sowie über 995 Zeitungs- und Onlineartikel im In- und Ausland).
- ein Festival, das sich, mit vielen anderen Festivals verglichen, durch äußerst niedrige Eintrittspreise auszeichnet (von € 3,00 bis € 70,00). 2009 mußte ein Besucher für alle 75 Veranstaltungen insgesamt € 1.069,00 aufwenden, wenn er die jeweuils günstigste Preiskategorie wahrnahm. Ein Schüler, Auszubildender, Student, Zivil- oder Wehrdienstleistender, der bei den meisten Veranstaltungen einen Preisnachlaß von 40% erhielt, mußte € 721,80 für die Teilnahme an allen 75 Veranstaltungen in der günstigsten Kategorie zahlen.
- ein Festival mit sehr kleinem, aber sehr effektivem Personalstab (ganzjährig fünf Mitarbeiter im Büro, neun Monate im Jahr zwei Kassendamen und während des Festivals zusätzlich ca. 20 Techniker und ca. 80 Aushilfskräfte).