58. Festspiele Europäische Wochen Passau 2010 | 10. Juni bis 18. Juli 2010

Veranstaltungsorte in Passau

Bischöfliche Residenz


Die Neue Residenz der Fürstbischöfe von Passau wurde von 1713 bis 1730 errichtet. Baumeister war vermutlich der Italiener Domenico d' Angeli. Unter Fürstbischof Kardinal Leopold Ernst von Firmian erhielt das Gebäude von 1764 bis 1771 durch den Wiener Melchior Hefele den Fassadenschmuck mit zwei Portalen und einer Dachbalustrade. Im Inneren ist vor allem das Treppenhaus mit seinen Stuckaturen von Johann Baptist Modler und dem Deckenfresko von Johann Georg Unruhe aus der Zeit um 1768 von großer Bedeutung. Das Deckenfresko stellt die Götter des Olymps als Beschützer der unvergänglichen Stadt Passau dar. Auf den Treppengeländern sitzen Putten, die der Passauer Bildhauer Joseph Bergler d. Ä. geschaffen hat. In der Neuen Residenz befindet sich heute das Bischöfliche Ordinariat mit dem Eingang zum Domschatzmuseum. Über den sogenannten Saalbau ist das Gebäude mit der Alten Residenz verbunden.

Der Passauer Dom St. Stephan

Der Stephansdom ist die Mutterkirche des Donau-Ostens. Bereits um das Jahr 450 ist eine Kirche in der spätantiken Stadt Batavis bezeugt. Die Bischofskirche wird urkundlich erstmals 730 erwähnt und ist seit 739 Kathedrale der Diözese. Bis zum heutigen Baubestand können vier weitere Perioden unterschieden werden: Die agilolfingische Bischofskirche um 720, der frühgotische Dom, erbaut zwischen 1280 und 1325, der spätgotische Ostteil (1407-1560) und der barocke Neubau, errichtet zwischen 1668 und 1693. Der Stadtbrand von 1662 hat von den ersten vier Bauperioden keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Erhalten blieb im Außenbau nur der spätgotische Ostteil. Mit dem barocken Wiederaufbau unter Einbeziehung der verbliebenen gotischen Teile wurde der italienische Baumeister Carlo Lurago beauftragt. Die gesamte Innenausstattung mit ihrem üppigen Stuckwerk und den Altaraufbauten des italienischen Hochbarocks war Giovanni Battista Carlone übertragen worden. Die Fresken schuf Carpoforo Tencalla. Es entstanden der größte barocke Kircheninnenraum nördlich der Alpen und die bedeutendste Barockkirche italienischer Prägung auf deutschem Boden. Die Passauer Domdekoration sollte für Jahrzehnte richtungsweisend für den donauländischen Kunstraum vor den Alpen werden. Mit den 17.774 Pfeifen und ihren 233 Registern gilt die Orgel im Passauer Dom als größte Domorgel der Welt. www.bistum-passau.de

Evang.-luth. Stadtpfarrkirche St. Matthäus

Die Stadtpfarrkirche St. Matthäus wurde nach Plänen des Münchner Hofbaumeisters Friedrich Bürklein gebaut und 1859 eingeweiht. Der Kirchenbau war notwendig geworden, weil im Rahmen der napoleonischen Umgestaltung Europas Bayern ein säkularer Staat und Passau Garnisonsstadt des bayerischen Militärs wurde. Soldaten, Zoll-, Grenzpolizei- und Verwaltungsbeamte aus allen Teilen Bayerns kamen nach Passau, darunter eine große Zahl evangelischer. Die Kirche ist im Stil der Neugotik erbaut – besonders heben sich hier die spitz nach oben zulaufenden Fensterbögen und die Altarwand hervor. Charakteristisch sind auch die „industriegotischen“ Stilelemente: die gegossenen Säulen, die Stahlgeländer der Empore und die wie bei alten Eisenbahnwaggons gerundete Decke des Hauptschiffes. Man beachte, daß zur gleichen Zeit der Eiffelturm, die Markthalle in Budapest und der Münchner Bahnhof entstanden, die allesamt vom Geist des beginnenden Industriezeitalters mitgeprägt sind.

Freudenhain: ehem. Sommerschloß

Unter Fürstbischof Joseph von Auersperg wurde nach Plänen von Johann Georg Hagenauer 1786-89 das ehemalige Sommerschloß Freudenhain (ursprünglich Freundenhain) errichtet. Die bemerkenswerte frühklassizistische Anlage liegt hoch über dem nördlichen Donauufer an der Schanzlbrücke mit ehemaligen ausgedehnten Parkanlagen. Der zweigeschossige Fürstenbau mit balkontragender Arkadenvorhalle, die beidseitigen Flügeltrakte und ein hohes Torgitter umschließen einen rechteckigen Ehrenhof. Die Innenräume sind mit frühklassizistischem Stuckdekor ausgestattet. Heute dient Schloss Freudenhain als Gymnasium und Institut der Englischen Fräulein.

St. Maximilian, Festsaal

Das Seminar St. Maximilian wurde Mitte des 18. Jahrhunderts ausgebaut. Der Langtrakt und die beiden Flügel sind einheitlich mit flachem Fassadenstuck gestaltet. Dieser bindet die Fensterachsen der drei Obergeschosse bahnenweise zusammen mit Giebel- und Brüstungsfeldern. Im Kellergeschoß des Langflügels erstreckt sich eine zweischiffige romanische Halle zu sechs Jochen, die auf das frühe 12. Jahrhundert datiert wird und ursprünglich wohl als Vorratsraum genutzt wurde. Im Hauptgeschoß des Langflügels befindet sich ein zweischiffiger Festsaal, der um 1770 entstanden sein dürfte. Dieser besteht aus einem böhmischen Kappengewölbe über stuckmarmornen Pfeilern bzw. Wandpilastern. Die Stuckdekoration ist mit jener des Treppenhauses in der Neuen Residenz eng verwandt und dürfte von Johann Baptist und Balthasar Modler stammen.

Museum Moderner Kunst Wörlen

Wer das erste Mal in der Stille der Bräugasse vor der zurückhaltenden Fassade des Museums Moderner Kunst steht, fühlt sich spontan von dem Haus angezogen. Dieser Eindruck steigert sich im Innern beim Blick auf den beherrschenden Lichthof mit seinen umlaufenden Arkadengängen. Eine zurückhaltende Hülle, ein kostbares Inneres als repräsentative Plattform für wechselnde Kunstausstellungen und hin und wieder ein Blick durch ein Fenster auf die vorbeifließende Donau, auf das gegenüberliegende Donauufer und auf die Veste Oberhaus nehmen jeden Besucher gefangen. Der Architekt und Kunstfreund Hanns Egon Wörlen hat als Initiator, Gestalter und Stifter dem denkmalgeschützten Haus seine alte Schönheit wiedergegeben. Er hat es unter einer neuen Idee zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefügt und daraus ein Museum geschaffen, das in seiner architektonischen Vielfalt, mit seinen noblen Räumen, bewegten Bogengängen und schönen architektonischen Details in Europa seinesgleichen sucht. Viele der bisher gezeigten Ausstellungen haben international Beachtung gefunden. www.mmk-passau.de

Großer Rathaussaal

In dem zwischen Schrott- und Marktgasse erworbenen Rathausareal errichteten die Passauer Bürger zu Beginn des 15. Jahrhundert einen Saalbau. Eine barocke Neugestaltung zur zweischiffigen Halle mit drei Jochen erfolgte nach dem Stadtbrand von 1662 durch die Dombaumeister Lurago und Carlone. Die Ausmalung mit Passauer Stadt- und Geschichtsbildern gestaltete um 1890 der Historienmaler Ferdinand Wagner mit den Hauptbildern „Hochzeit Kaiser Leopold I. 1676 in Passau“ und der Nibelungenliedszene „Kriemhild's Empfang durch ihren Onkel und Passauer Bischof Piligrim“. Neugotische Fenstergemälde, ebenfalls um 1890 entstanden, zieren die Nordseite des Saales. www.passau.de

Großer Redoutensaal

Im 18. Jahrhundert als Tanz- und Veranstaltungsgebäude neben dem ehemaligen fürstbischöflichen Opern- und Theaterhaus im frühklassizistischen Stil für die adelige Hofgesellschaft errichtet, präsentiert sich dieser historische Saal nach einer Gesamtrenovierung heute in einer vornehmen zeitgenössischen Rauminterpretation. www.redoute-passau.de


Residenzplatz

Die Fassaden der Neuen Fürstbischöflichen Residenz, des gotischen Domchores und der Bürgerbauten zu zwei Seiten bilden das Geviert und die Kulisse des „schönsten Platzes“ von Passau. Dazwischen erhebt sich der im Jahre 1903 zur hundertjährigen Zugehörigkeit Passaus zu Bayern von Jakob Bradl geschaffene Wittelsbacherbrunnen, auch Residenz- und Marienbrunnen genannt.

Stadttheater

1645 wurde ein Ballhaus an der Innbrücke errichtet und 1771/74 als provisorisches Opernhaus ausgestattet. Unter Fürstbischof Joseph von Auersperg wurde es 1773 nach Plänen von Johann Georg Hagenauer zur exklusiven klassizistischen Hofbühne umgebaut. Im 19./20. Jahrhundert mehrmals umgestaltet, erfolgte die letzte Rekonstruktion und Gesamtsanierung mit modernster Bühnentechnik von 1989 bis 1991. Mit dem Stadttheater besitzt Passau ein einzigartiges frühklassizistisches Schmuckstück mit ca. 350 Besucherplätzen. www.theater-passau.de


Studienkirche (St. Michael)

Der Stadtbrand von 1662 verwüstete das frühgotische Gotteshaus, so daß an benachbarter Stelle nahe dem Innufer 1665 mit dem Bau einer neuen großen Michaelskirche begonnen wurde. Als Architekten wurden die aus dem Intelvital (Hochtal zwischen Comer See und Luganer See) stammenden und im Voralpenraum zur Berühmtheit gelangten Baumeister Pietro Francesco Carlone und sein Sohn Carlo Antonio gewonnen. Bemerkenswert ist die breite, horizontal akzentuierte Fassade. Neben dem Dom zählt sie zu den großartigsten Barockbauten der Stadt. www.passau.de

Universität Passau

Idyllisch am Inn entlang, auf einem grünen Campus am Rande der Passauer Altstadt liegt eine der jüngsten Universitäten Bayerns. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1978 hat sie sich zu einer der besten akademischen Adressen Deutschlands entwickelt, wie Rankings regelmäßig bestätigen: In den Wirtschaftswissenschaften, in Jura, in der Informatik und den Kulturwissenschaften zählt Passau zu den Top-Universitäten. Die Universität ist hervorragend ausgestattet, interkulturell ausgerichtet, leistungs- und praxisorientiert. Ihre besondere Stärke liegt in der interdisziplinären Vernetzung von Forschung und Studium. Die Sprach- und Studienaustauschangebote sind in Passau so umfangreich wie an keiner anderen deutschen Universität. Zu rund 170 Universitäten auf der ganzen Welt bestehen partnerschaftliche Beziehungen. Ihr überregionales Renommee verdankt die Universität vor allem auch ihren beispiellos interdisziplinären, international ausgerichteten Studiengängen, die Elite-Studierende aus ganz Deutschland nach Passau locken.
www.uni-passau.de

Zentrum unabhängiger Ausstellungen

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Webmaster   geändert:  10.03.2010